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Was ist Medienkompetenz?

5 Kommentare

In den vorangegangenen Artikeln über Social Software Tools in E-Learning SzenarienMit E-Learning einen Wandel in der Ausbildung schaffen und Blogs als geeignetes Social Software Instrument für E-Learning bin ich auf die Notwendigkeit eingegangen, dass Lernende, Lehrende und alle weiteren Akteure in ihrer Medienkompetenz geschult und gefördert werden müssen. Entweder im Umgang und Nutzung mit Medien oder bei der Planung und Konzeption von Lernmedien.

Aber was ist Medienkompetenz überhaupt?  Dieter Backe (1999) gliedert Medienkompetenz in vier Dimensionen und unterscheidet,

  • Medienkunde => 1. informativ, 2. instrumentell-qualifikatorisch
  • Medienkritik => 1. analytisch, 2. reflexiv, 3. ethisch
  • Mediennutzung => 1. rezeptiv, anwenden, 2. interaktiv, anbieten
  • Mediengestaltung => 1. innovativ, 2. kreativ

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5 Kommentare zu “Was ist Medienkompetenz?

  1. Die Wichtigkeit von Medienkompetenz besteht darin, dass ein Bewusstsein für die Verwendung von neuen Medien zu schaffen. Dies ist vor allem in Schulen wichtig. Dort sollen Fertigkeiten und Wissen vermittelt werden, die den Schülerinnen und Schülern bestimmte Kompetenzen erlernen lassen. Ein bekanntes Modell solche Computerkenntnisse zu überprüfen wäre der ECDL (Europaen Computer Driving Lesson).

    Digitale Kompetenz wird als die Fähigkeit neue technologische Situationen zu definieren, zu analysieren, auszuwählen und kritisch zu bewerten verstanden. Probleme lösen und Wissen gemeinsam zu nutzen sowie die Förderung des eigenen Verantwortungsbewusstseins zählen ebenso dazu. Diese Definition nach Calvani, Fini & Ranierei zeigt eine Co-Existenz von weiteren drei Dimensionen:
    * technologische Dimension: Möglichkeit, ein Problem mit neuen Technologien zu erkunden und zu lösen.
    * kognitive Dimension: Daten nach ihrer Relevanz auszuwählen, zu interpretieren und zu bewerten.
    * ethische Dimension: mit anderen Personen konstruktiv und verantwortungsvoll zusammenzuarbeiten.

    Quelle: Ranieri, M., Calvani, A. & Fini, A. (2011). Digital Competence In K-12. Theoretical Models, Assessment Tools and Empirical Research. In T. Bastiaens & M. Ebner (Eds.), Proceedings of World Conference on Educational Multimedia, Hypermedia and Telecommunications 2011 (pp. 539-548). Chesapeake, VA: AACE. Retrieved December 29, 2013 from http://www.editlib.org/p/37918.

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  2. Hallo Simone,

    für mich ist es sehr schwierig, eine eindeutige Definition für den Begriff Medienkompetenz zu finden. Dieter Baackes Definition ist sehr allgemein gehalten. Für mich stellt sich die Frage, ob immer alle 4 Dimensionen der Medienkompetenz vorhanden sein müssen und vor allem in welchem welchem Ausmaß, dass es gerechtfertigt ist zu sagen, jemand habe Medienkompetenz. Deshalb suchte ich nach weiteren möglichen Definitionsvorschlägen und bin auf eine interessante Studie von Richardson (2007) gestoßen. Richardson bedient sich des engl. Begriffs der „media literacy“ und versucht unter anderem herauszufinden, ob es möglich ist, eine einheitliche Definition für den Begriff zu finden.
    Dazu wurden Interviews durchgeführt und die Auswertung ergab, dass es bei der Definition des Begriffes nur eine Übereinstimmung gab. Es waren sich alle einig, dass „media literacy“ in unserer von Medien gesättigten Gesellschaft von enormer Bedeutung ist, jedoch für jeden eine andere Rolle spielt, wie folgende 2 Beispiele zeigen:
    „Media literacy bedeutet, dass einem mehr als nur Text zur Verfügung steht, um eigene Ideen zu kommunizieren.“
    „Media literacy ist abhängig davon, wie Menschen zu Medien und was sie ausmacht stehen, welche Vorlieben sie haben und welche Meinungsveränderungen durch Medien verursacht werden.“

    Lieben Gruß
    Karolin
    Richardson, K. (2007). Defining Media Literacy: From Concept to Standards to Skills. In R. Carlsen et al. (Eds.), Proceedings of Society for Information Technology & Teacher Education International Conference 2007 (pp. 1326-1331). Chesapeake, VA: AACE. Retrieved January 2, 2014 from http://www.editlib.org/p/24746.

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  3. Hallo Simone,

    Backes Definition ist eine der bekanntesten, wenn man über Medienkompetenz spricht. Allerdings haben einige Autoren sein Konzept ausdifferenziert bzw. die Diskussion über diesen viel genutzten Begriff bereichert, so zum Beispiel Bernd Schorb oder Gerhard Tulodziecki. Definitionen sowie die theoretische Auseinandersetzung sind natürlich erst einmal eine wichtige Grundlage, aber letztendlich geht es ja immer auch um die Ausbildung dieser in der Praxis. Dazu finde ich die Webseite http://www.mediaculture-online.de ganz interessant und nützlich. Neben einer theoretischen Auseinandersetzung mit dem Begriff aus verschiedenen Richtungen gibt es ganz viele Inhalte, die man als Lehrer oder Multiplikator nutzen kann.

    Liebe Grüße,
    Stephanie

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  4. Mit der wachsenden Anzahl an e-learning Angeboten wird Medienkompetenz zunehmend wichtiger. Der Lerner muss in der Lage sein, diese Flut an Angeboten gemäß seinen Lernzielen zu filtern, sie zu bewerten und mit ihnen zu arbeiten.
    Baackes Definition stellt hier eine gute Grundlage dar, die jedoch um den Aspekt des Teilens von Information und des unbeschränkten Zugangs erweitert werden muss. Die Informationskompetenz nach Hapke definiert die Notwendigkeit, dass Social Software gezielt zur Förderung von Informationskompetenz eingesetzt wird. Lernende haben zu jeder Zeit und von jedem Ort Zugriff auf Informationen via Podcasts, Weblogs oder Wikis. (vgl. Hapke, 2007)
    Ein erweitertes Begriffsverständnis der Medienkompetenz, dass den Umgang mit Informationen einschliesst, ist in unserer heutigen Wissens- und Informationsgesellschaft unerlässlich. Jenkins et al. (2006, zitiert nach Fahser-Herro und Steinkuehler, 2010, S.59-60) definieren die neue Medienkompetenz als ein Bündel von kulturellen Kompetenzen und sozialen Fähigkeiten, die auf dem Fundament vorhandener Fähigkeiten aufbauen:

    Literatur
    Fahser-Herro, D. & Steinkuehler, C. (2010). Web 2.0 Literacy and Secondary Teacher Education. Journal of Computing in Teacher Education, 26(2), 55-62. Retrieved January 2, 2014 from http://www.editlib.org.ub-proxy.fernuni-hagen.de/p/55250.

    Hapke, T. (2007). Informationskompetenz 2.0 und das Verschwinden des „Nutzers“. Bibliothek : Forschung und Praxis, (31), Seite 137-149. URL: http://eprints.rclis.org/10530/1/137-149.pdf [1.1.2014]

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    • Habe gerade gesehen, dass es das Ende meines Kommentars verschluckt hat. Also hier noch das Ende:
      Jenkins et al. (2006, zitiert nach Fahser-Herro und Steinkuehler, 2010, S.59-60) definieren die neue Medienkompetenz als ein Bündel von kulturellen Kompetenzen und sozialen Fähigkeiten, die auf dem Fundament vorhandener Fähigkeiten aufbauen:
      • Simulation: the ability to interpret and construct dynamic models of real-world processes
      • Appropriation: the ability to meaningfully sample and remix media content
      • Judgment: the ability to evaluate the reliability and credibility of different information
      • Transmedia navigation: the ability to follow the flow of stories and information across multiple modalities
      • Negotiation: the ability to travel across diverse communities, discerning and respecting multiple perspectives, and grasping and following alternative norms

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